Merino Shirts und Sportbekleidung aus Merinowolle & Naturfasern. Entwickelt in Österreich, produziert in Europa.

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Vom Mostviertel mit dem Rad in die weite Welt | Interview

strayahead am Wörthersee - am Rad unterwegs mit Merino Shirts von SCROC

13.000 km. 19 Länder. 60 Kilo Gepäck. 2 Räder. 1 Brasilianer & 1 Mostviertlerin. 100e Begegnungen und noch viel mehr Erlebnisse.

Liebe Verena, lieber Gabriel, so lässt sich euer Vorhaben wohl kurz und knackig in Zahlen fassen.
Wir wollen es aber genauer wissen! 😉

Erzählt mal, was habt ihr euch mit strayahead vorgenommen und wie seid ihr auf die Idee dieser besonderen Reise gekommen?

Wir fahren von Verenas Heimatort St. Peter/Au (im schönen Mostviertel) mit dem Fahrrad Richtung Osten. Richtung Sonnenaufgang. Langsam. Mit 30 kg Gepäck pro Fahrrad. Unsere Route teilt sich in drei Etappen. Das erste Ziel ist Istanbul über den Balkan. Den zweiten Teil haben wir noch nicht genau definiert. Sehr gerne würden wir über Georgien und Armenien in den Iran, aber das hängt dann vom Klima ab! Im Winter ist es dort sehr kalt und wir sind langsamer als gedacht! Für den dritten Teil möchten wir gerne einen Flug nach Südostasien nehmen und dann die vier Länder Vietnam, Kambodscha, Thailand und Laos erkunden.

Während des Corona-Lockdowns haben wir begonnen, zusammen kleine Fahrradausflüge zu unternehmen. Zuerst rund um Wien, dann auch in der Südsteiermark auf der Weinstraße. Verena hat zufällig von anderen Fahrradreisenden erfahren, die von der Schweiz bis nach Australien geradelt sind, und dann haben wir begonnen, viele Blogs von anderen Weltenbummlern zu lesen. So ist die Idee entstanden. Schließlich haben wir ein Tourenfahrrad bauen lassen, eine Route definiert und in unser neues Zuhause investiert: ein Zelt.

Verena mit Merino Shirt von SCROC unterwegs am Rad.

Wie seid ihr das Packen für die Reise angegangen? Gibt es Luxusgegenstände, auf die ihr auch bei eurer Reise nicht verzichten wollt und das Packmaß wohl oder übel etwas in die Höhe getrieben haben?

Das Packen für die Reise orientierte sich grundsätzlich an zwei Prinzipien: Leichtes Gewicht zum einen und Unabhängigkeit zum anderen. Beispielsweise haben wir Titanium-Kochtöpfe ausgewählt, weil diese besonders resistent sind und wenig wiegen. Wir möchten unabhängig von Unterkünften und Restaurants reisen können. Dafür sind ein kleines Solarpanel für das Generieren von Strom, ein Wasserfilter sowie ein UV-Pen zur Reinigung von Wasser essentiell. Unser Kocher ist ein sogenannter “Multi-Fuel-Stove”. Wir können also unter anderem mit Benzin, Kerosin oder Diesel kochen. Das ist wichtig, denn Gas ist nicht überall erhältlich.

Auch Komfort ist uns ein Anliegen: eine gemütliche aufblasbare Matratze, ein guter Daunen-Schlafsack und ein 10-Liter-Wassersack, den man auf einem Baum aufhängen kann, um zu duschen und Geschirr abzuwaschen sind mit dabei im Gepäck.

Wir reisen ein Jahr lang. Das heißt, wir müssen für unterschiedliche Klimagegebenheiten, gerüstet sein. Wir haben Sommergewand für die mediterrane Wärme (Hallo Hitzewellen!), Jacken für kalte Nächte in den Bergen und Wüsten sowie wasserfeste Schutzkleidung gegen Regen mit dabei. Da kommt viel zusammen!

Wichtig war es uns auch qualitativ hochwertige Gegenstände auszuwählen. Diese müssen nicht so schnell ersetzt werden und führen automatisch zu weniger Gewicht und Packvolumen. Merino Shirts verringern ungemütlichen Schweißgeruch und müssen weniger häufig gewechselt und gewaschen werden.

Luxusgegenstände sind wahrscheinlich unsere Gitarre und das Papier zum Aquarellmalen. Das ist ziemlich schwer, aber wir verwenden das Papier am Weg, also wird es mit der Zeit weniger und leichter. Wir machen beide gerne Musik und mögen vor allem Folk. Natürlich wäre eine Ukulele zu bevorzugen wegen dem Gewicht, aber sie ist limitierter und die Lieder klingen alle irgendwie ähnlich. Eine Gitarre war dann unsere Wahl und wir sind froh, dass wir uns dafür entschieden haben.

Wir haben auch schon zwei Pakete zurück zu Verenas Eltern geschickt. Mit der Zeit realisiert man, welche Dinge man eigentlich gar nicht braucht. Da waren natürlich ein paar Kleidungsstücke, aber auch beispielsweise ein Massageball dabei.  

Bosnische Familie lädt Verena und Gabriel zum Schlafen ein.

Schlaft ihr im Zelt und/oder in Unterkünften?

Wir zelten meistens wild. Am Ende des Tages suchen wir eine abgelegene Gegend in der Nähe eines Dorfes oder eines Bauernhofs mit einem etwas versteckten Platz, sodass wir sicher sein können, dass wir niemanden begegnen.

Etwa einmal pro Woche gönnen wir uns eine Pension oder ein Bed & Breakfast, wo wir eine richtige Dusche genießen, unsere Wäsche waschen und vielleicht unsere Laptops benutzen können, um ein paar Dinge für unsere Social Media-Kanäle zu bearbeiten. Wir versuchen dabei eher lokale kleine Pensionen und weniger große Hotelketten zu unterstützen.

Campingplätze sind auch eine Alternative, aber wir sehen nicht viele Vorteile darin, wenn wir auch wild campen können, was kostenlos und friedlicher ist. Besonders in touristischen Gegenden, wie etwa an der Adriaküste, war es aber schwieriger wild zu campen, da kam uns so mancher Campingplatz gelegen.

Eine besondere Erfahrung für uns ist, dass wir ab und an Leute fragen, ob wir in ihrem Garten zelten können, und manchmal werden wir dabei eingeladen, in einem ihrer Gästezimmer zu schlafen. Dazu gehört oft ein Getränk oder sogar eine Mahlzeit, um unsere hungrigen Bäuche zu stärken. Dafür sind wir besonders dankbar, denn das sind bestimmt die schönsten Erinnerungen.

Wann und wo seid ihr gestartet und wo steht bzw. radelt ihr jetzt gerade?

Wir sind am 26. Mai von Verenas Elternhaus in St. Peter/Au nach Wien gefahren. Das war unsere erste Testfahrt so vollgepackt. Dann trafen wir uns mit einigen Freund:innen in Wien zum offiziellen Start am Sonntagmorgen, dem 29. Mai 2022, im Prater.

Im Moment sind wir gerade in Montenegro und sind jetzt zirka 8 Wochen auf zwei Rädern unterwegs. Wir haben ungefähr 1700 km zurückgelegt.

Vollbepackte Fahrräder von strayahead - Merino Shirts von SCROC sparen Platz und Energie.
Bosnische Frau lädt die Beiden von strayahead auf Essen und gemütlichen Nachmittag ein.

Lasst uns etwas an eurer bisherigen Reise teilhaben: Habt ihr ein besonders schönes Erlebnis, das ihr mit uns teilen wollt? 

Ein ganz besonders schönes Erlebnis hatten wir vor kurzem mit einer bosnischen Frau nicht unweit von der Stadt Bileća im Südosten von Bosnien. Wir waren gerade etwa 30 km lang durch die bosnischen Berge gefahren und hatten kein Wasser mehr. Weit und breit war weder Restaurant noch Supermarkt in Sicht, so fragten wir an einem kleinen Häuschen nach Wasser.

Eine Frau und ihr Ehemann in ihren 70ern rasteten gerade im Schatten, als wir die beiden um Wasser baten. Die Frau fragte uns, ob wir Französisch sprachen. Mit unseren bescheidenen Kenntnissen gelang es uns, uns ein wenig auszutauschen. Die Frau bot uns zuerst selbstgemachten Holundersaft, danach noch Kava (Kaffee) mit Schnitten an und lud uns schließlich auf eine Jause mit frischen Gemüse aus ihrem Garten, selbstgemachter Marmelade, Brot und Käse ein. Hungrig nahmen wir alles dankbar an.

Der Ehemann sprach kein Französisch, denn er wählte damals in der Schule Russisch. Früher lernte man nämlich entweder Französisch oder Russisch in den jugoslawischen Schulen, heute eher Englisch oder Deutsch. Mit Google Translate versuchten wir auch mit ihm zu kommunizieren.

Die Dynamik des Gesprächs war äußerst interessant, sie war selbstverständlich sehr langsam, aber es gab dennoch eine starke Verbindung. Beide waren Ärzte: sie Gynäkologin, er Zahnarzt, lebten allerdings sehr bescheiden. Stolz erzählten sie uns, dass sie jetzt ihre Pension in Ruhe genießen möchten.

Wir spielten abschließend zwei Lieder auf der Gitarre für das herzliche bosnische Paar: Blowing in the Wind von Bob Dylan und Father and Son von Cat Stevens. Diese Begegnung berührte uns beide durch die besondere Großzügigkeit der Frau, aber auch des schönen Austauschs. Die Frau meinte, dass wir eine spezielle Jeunesse in ihr Haus gebracht haben und überreichte uns noch ein Sackerl voller Gemüse aus ihrem Garten inklusive eines süßen Messers!

Gab es schon Momente, wo ihr euch dachtet: "Jetzt sch***** wir aber drauf – ab nach Hause!"?

Verena: Als wir auf der Insel Pag fuhren, wütete ein Sturm mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h. Schlafen im Zelt war für mich fast unmöglich, denn die Zeltwand bewegte sich so heftig, dass sie gegen unsere Köpfe schlug. Auch das Fahren am nächsten Tag erforderte extreme Konzentration: auf der Bundesstraße mit dem wohl stärksten Verkehr der gesamten Reise und einem Sturm der dich stark zur Seite drückt. Da wurde mir kurzzeitig schon anders.

Gabriel: Ich hatte keine größeren Probleme, in der stürmischen Nacht zu schlafen. Der starke Wind kann dich nicht wecken, wenn du lauter schnarchst als er. Das habe ich gelernt. Ich hatte also bisher keinen so schlechten Moment, um wieder nach Hause zu wollen.

Aber es sind eher Dinge, die ich vermisse, wie eine gute Jause und Zeit für andere Hobbys zu haben. Außerdem ist unsere Ernährung nicht so gut, denn manche kleine Supermärkte haben nur Grundnahrungsmittel und Kekse und Nüsse, da gibt es wenig Abwechslung in unseren Snacks zwischendurch.

Strahahead unterwegs am Rad auf der Insel Pag in Kroatien.

Wie reagieren die Menschen auf euch und eure Packesel? Da ins Gespräch zu kommen, geht wahrscheinlich sehr leicht, oder?

Ja, absolut! Viele Leute stellen uns Fragen, besonders wenn wir vor einem Supermarkt parken. In Österreich eigentlich am meisten, was oft zu netten Gesprächen führte.

Vor allem weil unsere Fahrräder so vollgepackt sind, schmunzeln viele Passanten. In den Balkan-Staaten hupen uns viele Autofahrer an und applaudieren oder zeigen uns einen Daumen nach oben. Auch die Gitarre amüsiert die meisten!

Wir haben so einen typischen Dialog in einem unserer Blogartikel näher beschrieben.

Etwas indiskret, aber Radfahrer darf man sowas fragen: Wie geht’s eurem Popo? 😊

Ihr seid selbstverständlich nicht die ersten, die das fragen! Wir haben in einen fabelhaften Brooks-Ledersattel investiert, der zwar hart ausschaut, sich dann aber an deinen Popo perfekt anpasst, wie ein guter alter Lederschuh.

Wir haben beide diese gepolsterten Fahrradhosen probiert, aber wir mögen sie nicht. Wir tragen lieber normale Kleidung ohne das Gefühl von Pampers. 😉

Wir glauben, komplett schmerzfrei 8 Stunden täglich am Fahrrad zu sitzen ist unmöglich. Am Ende ist keine permanent sitzende Position ideal für Rücken und Nacken. Gel-Handschuhe sind ein absolutes Muss und ein Lenker, der unterschiedliche Positionen ermöglicht, erleichtert das Ganze. So kann man zumindest immer wieder mal umgreifen. Bestimmt gehören mentale Atemübungen dazu, bei kleinem Zwicken ruhig zu bleiben.

Am Ende des Tages ist es uns wichtig, ein Yoga-Stretching und, sofern wir noch Kraft finden, komplementäre Rücken- und Bauchmuskelübungen zu machen.

Last but not least: Wie geht´s euch mit euren Merino Shirts? Wir hoffen kein Stinken und viel Heimatgefühl. 😊

Sie sind besser, als wir erwartet haben! Wir wussten, dass Merinowolle das ideale Material für unsere T-Shirts ist, weil wir eine kurze Erfahrung damit gemacht hatten. Die hohe Qualität und das angenehme Gefühl sind entscheidend, wenn man so viele Stunden lang Sport betreibt.

Wir treiben das Material bis an seine Grenzen, und wir werden nicht enttäuscht. Wir schwitzen sehr viel und auch beim Radfahren in der Mittagssonne bei über 40 Grad riechen wir noch immer OK. Und wir haben selten das Bedürfnis, das Merino Shirt auszuziehen, weil es ziemlich luftig ist. In der Mittagssonne sehen wir aus wie Jaguare voller runder Schweißflecken, die das Hemd zieren.

Und natürlich haben wir bemerkt, dass wir unter den Armen ein wenig riechen. Das ist ganz normal bei 40 Grad! Aber selbst unter diesen Bedingungen behält die Merinowolle den Schweißgeruch nicht im Material. Wir wissen nicht wie, vielleicht ist es Magie! Wir hängen es über Nacht an einen Baum, damit es gut durchlüftet, und am nächsten Tag benutzen wir es wieder. Das kann tagelang so weitergehen. Ja, wir haben es getestet! 🤣

Weniger Wäsche bedeutet, dass wir weniger Kleidung in unseren Taschen brauchen. Und das spart uns eine Menge Gewicht, was sich auf unsere Leistung auswirkt und wir dadurch schneller sein können. Außerdem ist es ressourcenschonender – weniger Waschmaschinengänge spart Energie.

Ein unerwarteter Vorteil für uns ist, dass wir sogar am Ende eines sehr aktiven Tages in ein Restaurant gehen können, um eine gute Mahlzeit zu uns zu nehmen, ohne dass wir uns wegen eines Geruchs schämen müssen!

Danke für eure Einblicke!
Wir bleiben in eurem Windschatten und folgen euch weiter auf Instagram und www.strayhead.com.

Verena von strayahead am Rad mit Merino Shirt von SCROC
Gitarre spielen und die Seele baumeln lassen mit Merino Shirts von SCROC - strayahead Verena von strayahead unterwegs mir Merino Shirt auf einer Brücke in Bosnien.
Gabriel im Erdbeerland - strayahead & SCROC
Voll bepackt sind die Fahrräder von Verena und Gabriel - strayahead Verena am Rad im Soca Tal mit Merino Shirt von SCROC.

Zum Schluss noch ein kurzer Word-Rap

Am Rad fahren mag ich besonders:

  • Verena: Die Nähe zur Natur und die langsame Geschwindigkeit, die es uns erlaubt, jederzeit stehen zu bleiben und die Landschaft zu genießen oder mit Leuten ins Gespräch zu kommen.
  • Gabriel: Die offene Welt vor uns.

Liebster Streckenabschnitt bislang:

  • Verena: Viele! Der Predilpass und das darauffolgende Soča-Tal in Slowenien und die wunderschöne Landschaft im Südwesten Bosniens.
  • Gabriel: Der Predilpass. Erste körperliche Herausforderung, die mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt wurde.

Auf das zu verzichten bei unserer Reise fällt mir am schwersten…

  • Verena: Tiefergehende Gespräche mit den besten Freund:innen und selbstverständlich das Schnitzel von meiner Mama!
  • Gabriel: Jause bei Verenas Familie.

 Was geht euch am wenigsten ab von eurem „alten Alltag“?

  • Verena: 40+ Stunden arbeiten und danach erschöpft ins Bett fallen.
  • Gabriel: Den ganzen Tag in einem geschlossenen Raum, auch The Office genannt, zu sitzen.

Wie eng ist das Verhältnis zu euren Rädern. Habt ihr ihnen schon Namen gegeben? 😉

  • Verena: DER GERÄT! Denn: er schläft nie, ist immer vor der Chefin startklar und arbeitet schweißfrei (anders als ich selbst).
  • Gabriel: Mein Fahrrad hat eine lustige hellblaue Farbe, deshalb heißt es The Flying Viagra.

Eure liebste Stärkung: österreichischer Strudel oder brasilianische Banane?

  • Verena: Brasilianische Bananen haben mich so geflasht, ich liebe sie!
  • Gabriel: Ich mag es, Dinge zu mischen. Bananenstrudel ist der beste!

Frühaufsteher oder Langschläfer?

  • Verena: Eigentlich eher Langschläferin, aber auf dieser Reise lieber Frühaufsteherin wegen der angenehmen Temperaturen!
  • Gabriel: Zu-Frühaufsteher, und regelmäßiger Mittagsschläfer.

Genussradler oder Kilometerzähler?

  • Verena: Ambitionierte Genussradlerin. 🙂
  • Gabriel: Genussradler. Die Landschaft ist zu schön, um nur nach vorne zu schauen.